Einlegerschutz

Viele EU-Länder erhöhten den Einlegerschutz nach der Lehman Brother Insolvenz. Diese verursachte viel Druck auf den Finanzplatz Schweiz, daher beschlossen die eidgenössischen Räte den Schutz der Bankkunden zu verbessern. Seit dem 20.12.2008 sind maximal CHF 100‘000 im Konkursverfahren privilegiert, d.h. dieser Betrag wird pro Bankkunde der zweiten Konkursklasse zu geteilt.

Kommt es zu einem Konkurs, werden wahrscheinlich auch die privilegierten Gläubiger der zweiten Klasse einen Totalverlust erleiden. Daher gibt es in der Schweiz den Verein “Einlagesicherung”, dieser würde bei den übrigen Banken mit Schweizerlizenz bis zu 6 Mrd. einsammeln. Bei der Migrosbank belaufen sich die gesicherten Einlagen auf 16.1 Mrd., damit ist dieser Einlagesicherung mit ihren 6 Mrd. schon bei einer mittelgrossen Schweizer Bank erheblich überfordert. Auch die neue Verpflichtung, dass die Banken flüssige Mittel wie Hypothekarforderung oder Wertschriften von 125 Prozent der privilegierten Einlagen halten müssen, würde im Konkursfall einer Grossbank nie ausreichen.

Schweizer Politik

Die Schweizer Politik gaukelt dem Schweizer Bürger mit diesem Einlageschutz eine Sicherheit vor, welche bei einer mittleren Bankpleite nie und nimmer funktionieren würde. Schon der frühere Schutz von nur CHF 30‘000 hätte versagt. Auch dem Finanzdepartement ist bewusst, dass dieser Einlegeschutz in dieser Form versagen würde. Daher ist der aktuelle Einlegerschutz eine Lüge auf Zeit bis zum 31.12.2010, danach wird hoffentlich ein funktionierender Einlegeschutz aufgelegt.

Diese Woche handelte die Schweiz wie eine Bananenrepublik. Die Finanzmarktaufsicht (Finma) und der Bundesrat spielten für das heilige Kalb UBS die Judikative. Am Freitag hat das Bundesverwaltungsgericht die Herausgabe von Daten an die US-Steuerbehörden durch eine superprovisorische Verfügung in acht Fällen verboten. Die Finma hat diese Daten der mutmasslichen Steuerbetrüger aber schon an die USA übergeben.

Die verspätete superprovisorische Verfügung war letztendlich nichts anders als eine Inszenierung für die Schweizer Bevölkerung und an das restliche Europa, dass der Schweizer Staat noch immer ein Rechtstaat sei und das Bankgeheimnis weiter besteht. Unsere Politik- und Wirtschaftselite muss das Fussvolk schon ziemlich für naiv halten, wenn sie glaubt, dass wir auf diese schlecht gemachte Inszenierung hereinfallen.

Die UBS, das Finanzdepartement und Finma hatten schon immer die Absicht, die angeglichen Steuerbetrüger ohne rechtliche schweizerische Verurteilung der US-Justizbehörde zu opfern.

Die UBS will mit Zahlungen bzw. Vergleichen an die USA, möglichst alle ihre Machenschaften unter den Tisch kehren, dabei werden sie vom Bundesrat und der Finma unterstützt. Die Schweiz hatte 8 Monate Zeit gehabt, diesen Steuerfällen nach zu gehen, wahrscheinlich war aber allen bewusst, dass die UBS rissigen Missbrauch mit dem Bankgeheimnis betrieben haben.

Wahrscheinlich hat die UBS ein weiteres Mal die Lage völlig falsch eingeschätzt und lässt die Schweiz für ihre Fehler büssen und bezahlen.

Sind Personen wie Bundesrat Merz, Finma -Präsident Haltiner und das Management der UBS für die Schweiz noch tragbar?

Es gibt immer noch erheblichen Druck auf die UBS mit der Zivilklage der Internal Revenue Service (IRS) in Florida. Die IRS will mit unzimperlichen Methoden das Schweizer Bankgeheimnis aus den Angel heben, siehe U.S. Wants UBS to Break Swiss Law By Naming Clients, Bank Says.

Meine Meinung zum Bankkundengeheimnis
Für mich sind die Schweizer Banken, mit ihren Offschore-Banking nichts anderes als Diebinnen an fremden Staaten. Ich habe Zentral- und Südamerika oftmals und lange bereist, die Schweiz bietet den korrupten Politikern und den immensen Schattenwirtschaften diese Länder eine Plattform für Kapitalhinterziehung. Die UBS hat es zugegeben, dass sie einen fremden Staat bestiehlt.

Das Bankgeheimnis ist ein Auslaufmodell, was den Reichen ermöglicht, ihr Geld zu verstecken. Der Staat USA bietet ihren Bürgern die Grundlage viel Geld zu verdienen, diese bedanken sich, indem sie Steuerflucht begehen.

Ich verstehe es nicht, warum die Schweiz Entwicklungshilfe leistet und gleichzeitig diese Staaten über die Schweizer Banken wieder bestiehlt. Wenn die Schweiz hier Bankgeheimnis aufrechterhalten will, so kann dies für in der Schweiz wohnhafte Bürger durchaus machen.

Zurzeit sind die beiden Grossbanken im Privatkundengeschäfte gegenüber der Konkurrenz eher teuer, wahrscheinlich auch, weil sie von Bankgeheimnis lange Zeit profitieren konnten, ohne Offschore-Banking werden diese sicher schnell wieder konkurrenzfähiger. Das Bankgeheimnis mache “fett”, aber auch “impotent”, schrieb Julius Bär in seiner Autobiografie. Die Unterscheidung zwischen Steuerbetrug und -hinterziehung halte er für “unethisch”.

Aus diesem Grund sollten die Schweizer Banken durch ein hervorragendes Preis/Qualitätsverhältnis und nicht durch unethische Praktiken an fremden Staaten hervorstechen.

Ich hatte schon einige Male das Gefühl ich sei der Einzige, der die SNB-Zweckgesellschaft infrage stellt. Es gibt nun mit Volker Grossmann und David Stadelmann auch Ökonomen, welche das Schweizer Stabilisierungspaket des Finanzsystems aus einem kritischen Blick betrachten.

Diese Woche gab Bundesrat Samuel Schmid seinen Rücktritt bekannt. Wahrscheinlich sind die Politiker froh, dass sie sich in den nächsten paar Wochen nicht mit der anspruchsvollen Sachpolitik wie der Finanzkrise konfrontiert werden. Für den Schweizer Politiker ist es geistig viel leichter über die Nachfolger/in von Bundesrat Schmid zu debattieren als seine Unkenntnisse über die aktuelle Finanzkrise zur Schau stellen zu müssen.

Ich hatte mir vorgenommen, nicht mehr über den UBS-Rettungsplan zu schreiben. Wenn ich aber unsere finanztechnisch naiven Politiker höre, kann ich es nicht unterlassen, meine Bedenken nochmals zu äussern. Für mich haben viele unserer politischen Eliten, ein Investmentniveau, was bestenfalls für die Adressenkartei des ehemaligen Basler Financier Dieter Behring taugt.

In „Die UBS beansprucht nun doch Staatshilfe“ sind gemäss der Aussage von EBK-Präsident Eugen Haltiner die Subprimepapiere zu 90% und ALT-A um die 60% von der UBS abgeschrieben worden. Viele Schweizer Politiker gehen noch immer davon aus, dass Hypothekenpapiere nie zu 100% abgeschrieben werden müssen. Dies mag für Pfandbriefe oder auch ähnliche Konstrukte zutreffen, nur handelt es sich bei diesen verbrieften Papieren um eine komplizierte Verbriefung von Hypotheken. Von der Khan Academy gibt es auf You Tube Videos, die komplizierte Dinge einfach erklären, wie beispielsweise:

Why these CDOs could be worth nothing

In der Sonntagszeitung vom 16.11.2008 wird im Artikel „Noch ist Zeit umzudenken“ der UBS-Plan kritisch beleuchtet. Die beiden oben benannten Ökonomen haben bemerkt, dass die Schweiz als einziges Land, den von US-Finanzminister Henry Paulson vorgeschlagenen Plan umsetzt. Henry Paulson selbst verfolgt seinen ursprünglichen Plan mit dem Aufkaufen der faulen Bankkredite nicht mehr. Die Autoren sehen auch, dass die Immobilienpreise ein Abwärtspotenzial von 25% haben können, was den Schweizer Steuerzahler zirka 15 Milliarden kosten würde.

Beim ursprünglichen Paulson Plan verfolgte ich teilweise die Diskussion in den USA über die Ermittlung der Preise der faulen Wertpapiere. Die zwei Autoren erkennen dieses Problem auch für die SNB-Zweckgesellschaft:

Entscheidend ist der Preis, zu dem die Wertpapiere abgenommen werden. Werden die Papiere zum derzeitigen risikoadjustierten Wert – den “fair value” des Marktes – von der Nationalbank übernommen, stürzt die UBS weiter in die Krise. Die Wertpapiere müssen also zu einem höheren Preis gekauft werden, um die Probleme der Bank zu lösen. Die ist aber eine Umverteilung vom Steuerzahler zur UBS, da die Bank keine Gegenleistung erbringen muss.

Diese Problematik des ursprünglichen Paulson Planes wurde sofort von der US-Presse und den US-Politikern aufgeworfen. In der Schweiz scheinen unsere Politiker und Wirtschaftsleute dieses Problem nicht einmal zu erkennen. Ich bin schon erstaunt, wie verantwortungslos die schweizerische Exekutive mit unseren Steuergeldern beim UBS-Stabilisierungsprogramm umgeht.

Die beiden Ökonomen sehen andere Formen von Hilfe für die UBS, beispielsweise die Beteiligung des Staates durch Aktien mit Stimmrecht.


UBS-Rettungsvehikel schon unter Wasser

Gemäss der Sonntagszeitung vom 16.11.2008 steht die SNB-Zweckgesellschaft schon mit einer Milliarde USD im Minus. Damit ist der 6 Milliarden USD Puffer der UBS schon im ersten Quartal dieses Rettungsvehikel verbrannt worden. Wie heisst es so schön: Privatisierung der Gewinne, Sozialisierung der Verluste.

Nachtrag 22.11.2008:
Gemäss dem BusinessWeek vom 24.11.2008, haben die 10 grössten Investment Banken im Jahr 2006 für über 1.5 Billionen USD Mortgage-Backed Securities verkauft. Im Jahre 2000 waren es noch bescheidene 245 Milliarden USD. Im Jahre 2006 war die Wall Street richtig süchtig nach Subprime Hypotheken, diese hatten die höchsten Zinsen und waren die profitabelsten. Ein interessanter Artikel, siehe „Sex, Lies, and Subprime Mortgages„.

Das Stabilisierungsprogramm des Bundes/SNB für die UBS kann auch zu einem Bumerang für die UBS werden. Die plötzliche Informationsoffensive der UBS und SNB in dieser Woche bzw. an diesem Wochenende können nichts Gutes bedeuten, wahrscheinlich rennen der UBS die Kunden in Scharren davon. Zurzeit versucht die UBS den Geldabfluss zu stoppen und hat dazu mehrere Aktionen eingeleitet:

und die SNB setzt noch eines darauf:

Ob alle diese Pressebeiträge auch der Wahrheit entsprechen, ist eine andere Frage.

Ich habe schon ausgeführt, warum ich von der SNB-Zweckgesellschaft wenig halte. Heute bin ich sogar noch mehr der Überzeugung, dass das Stabilisierungsprogramm der UBS viel mehr schaden als nützen wird. Wahrscheinlich stellen sich auch andere, folgende Frage:

Wie schlecht besteht es wirklich um die UBS? Den UBS-News „UBS entfernt Risikopositionen aus ihrer Bilanz durch Transaktion mit der Schweizerischen Nationalbank“ kann folgender Text entnommen werden:
UBS wird zusätzlich Schuldinstrumente (primär Nicht-US-Papiere) mit einem Nettowert von USD 18 Milliarden an die Zweckgesellschaft übertragen. Dabei handelt es sich um ein breites Spektrum von Wertschriften, die mit unterschiedlichen Vermögensklassen unterlegt sind. Die Einbeziehung dieser Positionen gründet auf dem Entscheid von UBS, ihr Verbriefungsgeschäft abzubauen und führt gleichzeitig zu einer besseren Diversifizierung des Portfolios der Zweckgesellschaft.

Warum wurde Zweckgesellschaft mit noch mit weiteren Schuldinstrumenten nicht US-Assets auf USD 60 Milliarden aufgestockt. Braucht die UBS wirklich soviel Cash, um nicht bankrottzugehen, oder handelt es sich nur um eine Konsolidierung der Lage, wie der SNB-Präsident Jean-Pierre Roth in „Aber die Realität der Märkte ist anders“ betont?

Leider hat sich die SNB von der schlechten Kommunikation der UBS anstecken lassen und erachtet es als unnötig für die gewünschte Transparenz in der SNB-Zweckgesellschaft zu sorgen.

Nun, ich glaube mit diesem Stabilisierungsprogramm hat sich die UBS als Vermögensverwalter vollständig disqualifiziert. Wenn ich reich wäre, würde ich mein Geld nie einer Bank anvertrauen, die ihr eigenes ihr Portfolio an die Wand fährt und sich danach aus der Verantwortung stiehlt. Ich denke die Marke UBS ist zu einer Hypothek für die Schweiz geworden. Mit dem Stabilisierungsprogramm hat der Bundesrat, SNB mit der UBS die dümmste aller Lösungen gefunden. Die Abwanderung der UBS-Kunden geht weiter oder wurde gar verstärkt und das Vertrauen der anderen Banken in die UBS bleibt auf tiefem Niveau, siehe Bonität und Credit Default Swaps.

Andere Länder haben ihre Lösungen viel besser durchdacht, beispielweise Deutschland mit ihrem staatlichen Hilfsfond. Der deutsche Staat bekennt sich damit, ihren Banken zu helfen, aber nur wenn diese die Hilfe wirklich wollen und benötigen. Falls die Deutsche Bank die Krise ohne diese Staatshilfe durchstehen wird, wird sie eine der ersten Plätze als Grossbank bei der vermögenden Kundschaft einnehmen.

Die UBS wird ihren Niedergang als Vermögensverwaltungsbank kaum stoppen können, mit dem schlecht durchdachten Eingriff des Schweizer Staates hat sie definitiv ihr bisheriges grosses Vertrauen verspielt.

Nebenbei: Die UBS musste diese Woche in Deutschland die beiden Immobilienfonds UBS Euroinvest und UBS 3 Kontinente „einfrieren“.

Leider sind die Schweizer Politiker nicht fähig über die wirklichen Probleme der UBS zu diskutieren.

Medien mit wenig Tiefgang, dafür sich wiederholende Boni-Diskussion

In der SF-Sendung Arena vom 17.10.2008 wurden gegen 70% der Zeit über die Bonusse der UBS diskutiert. Die Schweizer leiden wahrscheinlich sehr stark und einer Neidmentalität. Ich bin auch ein Freund dieser hohen Bonusse, trotzdem kann ich zurzeit den Unterschied eines 20 Millionenbonus an einen Banker gegenüber dem 66 Milliarden Engagement der Schweiz an der UBS erkennen. Leider erinnerte mich diese Arena-Sendung etwas an die erste Arena Sendung mit Mario Corti über die Zukunft der Swissair, damals wurde vorwiegend über den Namen der Gesellschaft diskutiert.

Die Politiker sollten sich auf die Rettung der UBS konzentrieren und nicht ihre Zeit mit parteipolitischen Spielchen vergeuden. Für die UBS muss eine positive Lösung gefunden werden, mir missfällt nur, dass sich die UBS mit der SNB-Zweckgesellschaft aus der Verantwortung stiehlt und die schlechten US-Assets dem Schweizer Bürger überlässt. Gerade als Vermögensverwaltungsbank ist dies alles andere als vertrauensbildend.

Alternative Lösungsvorschläge:

  • Für die Schweiz und die UBS wünschte ich mir eine Übernahme der UBS durch eine starke ausländische Bank. Meine bevorzugte Kandidatin wäre die HSBC, beispielsweise kennt diese den US-Hypothekenmarkt nicht nur aus dem Handelsraum wie die UBS. Das Zusammengehen mit der HSBC würde sehr viel Vertrauen zurückbringen, vielmehr als wenn der Schweizer Staat zu Hilfe eilen muss. Ein Merger mit der Credit-Suisse wäre aus meiner Sicht eine schlechte Lösung. Leider steht es um die meisten westlichen Banken ähnliche schlecht wie der UBS bzw. noch viel schlechter, aus diesem Grund ist die Auswahl an starken Banken wahrscheinlich nur noch sehr gering.
  • Die aktuelle Lösung wird umgesetzt, jedoch würde die UBS die Assets nur vorübergehend auslagern und spätestens in einigen Jahren wieder zurück kaufen. Damit hätte die UBS in den nächsten Jahren keine Abschreibungen mehr auf den US-Assets. Damit überlässt die UBS nicht ihre schlechten Risiken, einem viel zu kleinen Staat und stiehlt sich selbst aus der Verantwortung.

Es gibt sicher noch viele andere Lösungen. Bei den bisher bekannten Wertpapieren für die SNB-Zweckgesellschaft handelt es sich mehrheitlich um US-Assets, also sollten die Lösungen nicht unbedingt nur in der Schweiz gesucht werden. Gerade hierbei können die beiden Herren Kurer und Rohner ihre Fähigkeit unter Beweis stellen. Für mich bleibt die aktuelle Lösung mit der SNB-Zweckgesellschaft inakzeptabel. Die Pflichtwandelanleihe des Bundes finde ich für beide Parteien eine faire und gute Lösung.

Fehleinschätzungen des SNB-Präsidenten

Auszug aus dem Interview von Jean-Pierre Roth mit Stocks 13/2007 (15.-28.6.07)
Wie messen Sie die Stabilität des Systems?

Wir prüfen aus der Vogelperspektive, ob im Finanzsektor potenzielle Risiken auftreten. In unserem Bericht zur Finanzstabilität veröffentlichen wir jedes Jahr einen Stresstest zum Finanzsektor. Es gibt Auskunft darüber, wie widerstandsfähig das System ist. Die Instrumente werden jederzeit noch weiterentwickelt. Sie erlauben uns, permanent die Stabilität des Finanzsystems zu beurteilen und Indizien bevorstehender Probleme zu erkennen, um allenfalls präventive Massnahmen treffen zu können.

Und gibt es derzeit solche Indizien?

Der Finanzsektor ist in blendender Verfassung. Sicher sind Risiken vorhanden. Die Volatilitäten auf den Finanzmärkten sind derzeit tief. Dies ist für viele Teilnehmer ein Anreiz, höhere Risiken einzugehen.

Die ist ein Beispiel, wie sich der SNB-Präsident verschätzte; nun die Rechnung für die SNB-Fehleinschätzung muss einmal der Schweizer Bürger bezahlen. In der Zeit dieses Stocks-Interview wurde die Hypothekenkrise für alle Public, doch die SNB schien ahnungslos gewesen zu sein.

Datum Ereignis
15.06.2007 Moody’s stuft 131 Ratings von Asset-Backed Securities (ABS) aus dem
Subprime-Markt herunter. Weitere  Überprüfungen werden angekündigt
20.06.2007 Zwei Hedgefonds der Bear Stearns stehen vor der Insolvenz

Nachtrag 26.10.2008:
Bisher stemmen sich nur wenige Politiker gegen die SNB-Zweckgesellschaft. Mir scheint die Schweizer Elite käuflich zu sein. Auch in den Finanzzeitschriften wird diese Zweckgesellschaft kaum hinterfragt, im Gegenteil:

Bilanz 18/08: Garant für Stabilität

Auch in der Handelszeitung Nr. 43 wird das UBS-Rettungspaket kritiklos entgegen genommen.

Im Bundeshaus werden stundenlange Debatten über einige Millionen CHF geführt, anderseits wirft man der maroden UBS ohne sich über andere Lösungen Gedanken zu machen einige Milliarden nach. Die Schweiz ist bisher das einzige Land, das sich direkt die Risiken der faulen US-Kredite aufbürdet, nicht einmal die USA hat dies bisher getan, dort ist dies erst in Planung und diese Pläne können noch ändern.

Mit ihren Fehleinschätzungen bezüglich der Finanzkrise haben die Politiker, SNB-Direktoren und des UBS-Management uns schon einige Male überrascht. Nun sind diese drei Parteien daran, den nächsten fahrlässigen Fehler mit der Gründung der SNB-Zweckgesellschaft für die UBS-Wertpapiere zu begehen.

Die Zweckgesellschaft muss unter allen Umständen vermieden werden, es kann zum Desaster für den CHF und/oder den Schweizer Steuerzahler.

Das frühere und heutige Management der UBS wie beispielsweise die Herren Wuffli, Ospel usw. sollten gezwungen werden, mehrere Millionen CHF Anteile an dieser Zweckgesellschaft zu übernehmen. Auch die Bundesräte und SNB-Direktoren sollten sich mit hohen Summen daran beteiligen, wenn Sie schon glauben es könnten gar Gewinne daraus resultieren. Ich würde mich selbstverständlich mit einer Shortposition beteiligen.

Noch einige Tage vor dem UBS-Desaster
Ich führe hier einige Einschätzungen auf, die vor einigen Tagen von Finanzfachleuten gemacht wurden. Sie können selbst sehen, dass diese Spezialisten die Situation der UBS völlig falsch eingeschätzt haben.

Handelszeitung 15-22.10.2008, Martin Spieler: Anders als im Ausland löffeln die Schweizer Banken die Suppe, die sie sich eingebrockt haben, selber aus und beanspruchen keinen einzigen Steuerfranken. Das ist eine einmalige Chance für den hiesigen Finanzplatz. Wenn sich der Rauch irgendwann lichtet, werden viele reiche Kunden unabhängige Institute bevorzugen, die ihre Probleme ohne Staatshilfe gelöst haben.

Stocks 22/2008, Seite 18, Marcus Dankert: Die anfänglich sehr verwirrende Handlungsweise der UBS erweist sich als ausgezeichnetes Krisenmanagement und als Indiz, dass die Selbstheilungskräfte der Marktes funktionieren – ob Zufall, Glück oder Kalkül sei dahingestellt. Als andere Institute sich noch in beschwichtigenden Worten suhlten, schrieb sie Milliarden ab, holte sich gegen mannigfache Widerstände frühzeitig frisches Kapital an Bord und säuberte nach und nach den Verwaltungsrat von alten Seilschaften – lang bevor die Finanzkrise ihre volle Vernichtungskraft entfaltete. Mittlerweile ist das Institut wieder eine der bestkapitalisiertesten Banken, von einem Grounding à la Swissair ist schon lange nicht mehr die Rede.

Fact: Das sich andere Institute ähnlich wie die UBS auch am Markt rekapitalisiert haben wird nicht erwähnt, siehe „Banks‘ Subprime Losses Top $500 Billion on Writedowns (Update1)“.

Stocks 22/2008, Seite 19: Die Franken-Stärke dürfte anhalten, wenn der Schweizer Finanzplatz als Gewinner aus der Krise hervorgehen sollte. Investoren sind deshalb gut beraten, einen erheblichen Teil ihrer Wertpapiere in Schweizer Franken anzulegen.

Fact: Ob der CHF seine Stärke auch in der Zukunft behält, wage ich zu bezweifeln. Die illiquiden UBS-Positionen der SNB-Zweckgesellschaft wird entweder zu einer hohen Steuerbelastung und/oder einem schwachen CHF führen.

Nach dem UBS-Desaster
Zwei Beispiele, wie sich die SNB auf den falschen Pfad begibt:

Thuner Tagblatt, 17.10.2008: Werden Sie zeigen, wie das Portfolio genau zusammengesetzt ist? Thomas Jordan, SNB-Direktoriumsmitglied: Wir können nicht alles offenlegen. Wir wollen die Wertschriften zu einem möglichst guten Preis verkaufen. Zu viel Transparenz würde hier schaden.

Fact: In den Finanzmärkten ist Transparenz immer noch ein Fremdwort und gerade daraus entstanden die grössten Probleme der aktuellen Finanzkrise.

Thuner Tagblatt, 17.10.2008: Jean-Pierre Roth sagt: „Die UBS hat diese Positionen aggressiv abgeschrieben“. UBS-Chef Marcel Rohner betonte, dass es für den Grossteil dieser Papiere kein Markt gebe und die Bewertung auf einem rechnerischen Substanzwert beruht.

Fact: Warum behauptet der SNB-Präsident Jean-Pierre Roth, dass die Papiere aggressive abgeschrieben worden sind, es gibt keinen Markt, der dies bestätigt. Der Wert der Papiere wird sehr stark von der zukünftigen US-Konjunktur abhängen. Der US-Immobilienmarkt ist immer noch zu teuer und die Probleme der Konsumkredite haben gerade erst begonnen. Zudem kennt die UBS den US-Hypothekenmarkt nur aus dem Handelsraum, während fast alle anderen Banken mit hohen zweitklassigen Hypotheken Exposure, seit der Lehman Brother Insolvenz, den direkten Zugang zu den US-Hypotheken-Schuldnern hat.

Es stellen sich folgende Fragen:
Was passiert, wenn die SNB innerhalb den nächsten 8 Jahren ein Verlust von 20 Milliarden mit diesen Wertpapieren einfährt? Was bedeutet dies für die Schweiz? Ich möchte jetzt nicht hören, dass ein solcher Verlust unmöglich wäre, wer hätte vor noch einem Jahr gedacht, dass der Staat eine bankrotte UBS retten muss. Wenn zu diesem Zeitpunkt die UBS Gewinn von 5 Milliarden und mehr einfährt, würde sie sich solidarisch zeigen? In diesem Asset gibt es sehr viele Unbekannte und ich erwarte Antworten auch für den schlimmsten Fall und nicht nur für die gewünschten Ereignisse.

Es wurden in der letzten Zeit schon sehr vieles von einem UBS-Management und der Politiker schön geredet, jetzt müssen wahre Fakten auf den Tisch kommen. Wie steht es mit den Risiken der anderen UBS-Asset dieser 2000 Milliarden Bilanz?

Der Schweizer Bürger hat das Anrecht auf solche Antworten.

Wer ein Investment eingeht, muss sich vorher über Risiko und Rendite bewusst sein, andernfalls kann es ein böses Erwachen geben. Auch wenn ähnliche Hilfspakte dieser Art in der Vergangenheit funktioniert haben, ist dies noch lange keine Garantie für das Funktionieren in der Zukunft. In den USA hat sich die UBS verspekuliert, dabei haben einige UBS-Mitarbeiter Millionen mit diesen Deals verdient. Der US-Bürger lebt bekannter weise auf zu grossem Fuss und schickt nun einen Teil der Rechnung an die sparsamen Schweizer Bürgern. In Schweden wurde damals das Bankenproblem ihres Landes behoben, wir müssen nun das Risiko von bis gegen 40 USD Milliarden schleckten US-Assets übernehmen. Was dem Schweizer Bürger durch die UBS und der Schweizer Politik geboten wird, ist eine absolute Frechheit.

Gratulation an die UBS, die hat den Deal ihres Lebens geschlossen, Kredite, die kein vernünftiger Mensch mehr will, können sie bei der SNB abladen. Willkommen im Club, welchen den US-Amerikanern auch weiterhin das Leben in Saus und Braus ermöglicht. Die Vietnamesen, Chinesen und andere asiatische Länder gewährleisten der USA den hemmungslosen Konsum auf Schulden, wir Schweizer Bürger dürfen jetzt einen Teil der Kosten an ihren überdimensionierten, leer stehenden, zerfallenden US-Häusern übernehmen.
Hoffentlich werden die USA nicht nur über uns lachen, sondern auch einmal danken!

Vielleicht sind unsere Politiker gar nicht so naiv, eher halten sie den normalen Schweizer Bürger für naiv, dem man einen solchen schlechten Deal einfach so unterjubeln kann.